Lernprodukt · 11. Klasse · Deutschunterricht

Literaturgeschichte
in Dresden

— ✦ —
Die Romantik  ·  ca. 1795 – 1848
Die Epoche
Allgemeine Merkmale
  • Sehnsucht nach dem Unendlichen, der Natur und der fernen Vergangenheit
  • Ablehnung der Aufklärung – Gefühl und Einbildungskraft gelten mehr als Vernunft
  • Volksdichtung, Märchen und Mythen als künstlerische Quellen
  • Streben nach einem Gesamtkunstwerk: Literatur, Musik und Malerei verschmelzen
  • Nationalbewusstsein und Begeisterung für Freiheitskämpfe
„Die romantische Poesie ist eine progressive Universalpoesie." — Friedrich Schlegel, Athenäums-Fragment 116 (1798)

Bekannte Vertreter
  • Ludwig Tieck (1773–1853)
  • Heinrich von Kleist (1777–1811)
  • Novalis / Friedrich von Hardenberg (1772–1801)
  • E.T.A. Hoffmann (1776–1822)
  • Theodor Körner (1791–1813)

Wichtige Werke
  • Der blonde Eckbert – Tieck (1797)
  • Hymnen an die Nacht – Novalis (1800)
  • Penthesilea – Kleist (1808)
  • Phantasus – Tieck (1812–1816)
  • Leier und Schwert – Körner (1814)
Dresden als literarischer Ort
Zur Zeit der Romantik
Königliches Hoftheater
um 1820–1842
🖼 [Foto: Dresdner Hoftheater,
Lithographie um 1830]

Das Hoftheater war das kulturelle Zentrum der Stadt. Ludwig Tieck wirkte hier fast zwei Jahrzehnte als Dramaturg und inszenierte Shakespeare-Stücke sowie romantische Dramen auf neuartige Weise.

Brühlsche Terrasse
um 1800–1848
🖼 [Foto: Brühlsche Terrasse,
Historische Aufnahme, ca. 1840]

Der „Balkon Europas" war Begegnungsort der Dresdner Gesellschaft. Hier flanierte auch der Dresdner Romantikerkreis, dem u.a. Kleist und der Maler Caspar David Friedrich angehörten.


Heute noch zu sehen
Albertinum · Galerie Neue Meister
heute geöffnet
🖼 [Foto: Albertinum Dresden,
Außenansicht (Gegenwart)]

Das Albertinum zeigt bedeutende Werke der Romantik – darunter Gemälde von Caspar David Friedrich, dem engsten malerischen Begleiter des Dresdner Romantikerkreises. Regelmäßige Ausstellungen zur Epoche.

Semperoper (ehem. Hoftheater)
heute Opernhaus
🖼 [Foto: Semperoper Dresden,
Außenansicht (Gegenwart)]

Auf dem historischen Standort von Tiecks Hoftheater steht heute die Semperoper. Als Institution erinnert sie an die reiche Theatertradition der romantischen Ära und ist bis heute bespielt.

Vertreter in Dresden
Ludwig Tieck
1773–1853  |  in Dresden 1819–1842
Dichter, Dramaturg, Übersetzer
Wirken in Dresden

Tieck lebte über 20 Jahre in Dresden und war die zentrale Figur des romantischen Literaturlebens der Stadt. Als Dramaturg am Königlichen Hoftheater inszenierte er Shakespeare-Stücke mit historischem Aufwand – ein Novum der Zeit. In seiner Wohnung führte er einen berühmten literarischen Salon.

Ergebnisse

Der Salon wurde Treffpunkt von Dichtern, Musikern und Malern aus ganz Deutschland. In Dresden vollendete Tieck u.a. die Novelle Des Lebens Überfluß (1839). Er gilt als Wegbereiter der modernen Theaterregie. Die Tieckstraße in Dresden erinnert bis heute an ihn.

Heinrich von Kleist
1777–1811  |  in Dresden 1807–1809
Dramatiker, Erzähler, Publizist
Wirken in Dresden

Kleist lebte mehrere Jahre in Dresden und war im romantischen Kreis aktiv. 1808 gründete er gemeinsam mit dem Publizisten Adam Müller die Literaturzeitschrift Phöbus. Ein Journal für die Kunst – eine der wichtigsten Kulturzeitschriften der Romantik.

Ergebnisse

In Dresden entstanden oder wurden fertiggestellt: Penthesilea (1808), Das Käthchen von Heilbronn (1807/08) und Teile des Zerbrochnen Krugs. Der „Phöbus" veröffentlichte erstmals Texte bedeutender Romantiker in einer gemeinsamen Zeitschrift.

Theodor Körner
1791–1813  |  in Dresden geboren
Dichter, Freiheitskämpfer
Wirken in Dresden

Körner wurde in Dresden geboren und wuchs dort auf. Er studierte später in Leipzig und Wien, blieb aber seiner Heimatstadt verbunden. Als patriotisch gesinnter Romantiker schloss er sich 1813 den Lützower Jägern im Befreiungskrieg gegen Napoleon an.

Ergebnisse

Sein posthum erschienener Gedichtband Leier und Schwert (1814, hrsg. von seinem Vater) wurde zu einem der meistgelesenen Werke der Befreiungskriege. In Dresden erinnern die Körnerstraße und ein Denkmal im Großen Garten an den jungen Dichter.

Quellenverzeichnis